Apotheken weiter unter Druck
Wie kann es sein, dass Apotheken trotz steigender Umsätze weiterhin unter wirtschaftlichem Druck stehen? Diese Frage prägte das Wirtschaftsforum des Deutschen Apothekerverbandes am 14.05.2025 in Berlin. Der neue Apothekenwirtschaftsbericht 2025 zeigt: Trotz Umsatzplus bleibt die wirtschaftliche Lage vieler Betriebe angespannt - ein Viertel steckt weiterhin in Schwierigkeiten.
Der Gesamtumsatz der Apotheken stieg im Jahr 2024 auf 70,40 Mrd. € (netto) im Vergleich zu 66,36 Mrd. € im Vorjahr. Eine durchschnittliche Apotheke setzte dabei rund 3,7 Mio. € um. Doch dieser Zuwachs wird durch massiv gestiegene Kosten relativiert: Der Wareneinsatz machte 80 % des Umsatzes aus, hinzu kamen Personalaufwendungen (9,8 %) sowie sonstige Betriebskosten (6,2 %). Das durchschnittliche Betriebsergebnis vor Steuern und Altersvorsorge lag bei 162.073 € und entsprach einer Gewinnmarge von nur rund 4,4 % - einem der niedrigsten Werte im historischen Vergleich.
Besorgniserregend ist insbesondere, dass 26 % der Apotheken im Jahr 2024 ein Betriebsergebnis von unter 75.000 € erwirtschafteten, bei 7 % lag es sogar im negativen Bereich. Zwar ist das durchschnittliche Betriebsergebnis nominal gewachsen, inflationsbereinigt stagniert es jedoch seit rund zwei Jahrzehnten.
Ein zentraler Kritikpunkt bleibt das seit zwölf Jahren unveränderte Apothekenhonorar. Mit nur 1,8 % Anteil an den Gesamtausgaben der Gesetzlichen Krankenversicherung stellt es weiterhin einen der kleinsten Ausgabenposten dar. Die mangelhafte Anpassung dieser Vergütung gilt als einer der Gründe für den anhaltenden Rückgang der Apothekenzahl. Zum Jahresende 2024 existierten noch 17.041 Apotheken, bis Ende des ersten Quartals 2025 sank die Zahl bereits auf 16.908.
Hinweis: Die aktuellen Zahlen machen deutlich: Ohne strukturelle Reformen und eine angemessene Vergütung droht sich die wirtschaftliche Schieflage vieler Apotheken weiter zu verschärfen - mit potenziellen Folgen für die wohnortnahe Arzneimittelversorgung in Deutschland.