Report zu pharmazeutischen Dienstleistungen

Zusammenarbeit von Apotheken und Arztpraxen soll die Patientenversorgung stärken

Eine Ärztin schaut auf ein Tablet
09 Juli 2025

Seit der Einführung der vergüteten pharmazeutischen Dienstleistungen (pDL) durch das Vor-Ort-Apotheken-Stärkungsgesetz (VOASG) im Sommer 2022 erweitert sich die Rolle der Apotheken im Gesundheitswesen deutlich. Sie sollen niedrigschwellige und qualitätsgesicherte Gesundheitsangebote bereitstellen - doch trotz grundsätzlicher Akzeptanz bleibt die Nachfrage bislang hinter den Erwartungen zurück. Ein wesentlicher Schlüssel für den Erfolg wird dabei in einer intensiveren Zusammenarbeit zwischen Apotheken und Arztpraxen gesehen.

Laut der aktuellen Umfrage zur Apothekenkonjunktur bewerten rund 50% der Apotheken das VOASG positiv und sehen in den pDL eine Chance zur Verbesserung der Patientenversorgung. Am häufigsten angeboten werden die Einweisung in die Arzneimittelanwendung (79 %), erweiterte Medikationsberatung (68 %) und Risikoerfassung bei Bluthochdruck (68 %). Trotz dieser Angebote verzeichnen jedoch nur etwa 20 % der Apotheken eine hohe Nachfrage, was auf eine geringe Bekanntheit der Dienstleistungen bei der Bevölkerung schließen lässt.

Der Ausbau der pDL wird nach Einschätzung der befragten Apotheken durch mehrere Faktoren erschwert, vor allem durch Zeit- und Personalmangel (74 %), mangelnde Bekanntheit bei Patienten (64 %) und bürokratische Hürden (64 %). Auch organisatorische Probleme (58 %) und eine unzureichende Vergütung (50 %) stellen Hindernisse dar. Trotz dieser Herausforderungen wünschen sich 89 % der Apotheken eine stärkere Positionierung als Gesundheitsdienstleister und 67 % plädieren für eine Ausweitung der vergüteten Dienstleistungen, um das Potenzial der pDL besser zu nutzen.

Die Zusammenarbeit zwischen Apotheken und Arztpraxen wird von 75 % der Apotheken als entscheidend für den Erfolg der pDL angesehen. Aktuell werten aber nur 28 % den Austausch als gut funktionierend. Besonders für Medikationsanalysen, inhalative Therapien und die Risikoerfassung bei chronischen Erkrankungen wäre eine enge Kooperation wichtig, um Doppelstrukturen zu vermeiden und die Therapiesicherheit zu erhöhen.

Hinweis: Das Potenzial der pDL für eine bessere Patientenversorgung und Entlastung des Gesundheitssystems ist groß, erfordert jedoch eine enge Zusammenarbeit zwischen Apotheken und Arztpraxen. Trotz bestehenden Nachholbedarfs ist die Mehrheit der Apotheken bereit, diesen Weg zu gehen, wenn strukturelle Hürden abgebaut und gemeinsame Versorgungsmodelle gestärkt werden.

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