Ärztetätigkeit auf dem Land punktet bei Gehalt und Perspektive
Eine gemeinsame Umfrage der Deutschen Apotheker- und Ärztebank (Apobank) und DocCheck Research zeigt aktuelle Trends bei den Gehältern angestellter Ärzte in der ambulanten Versorgung in Deutschland auf. Deutliche Unterschiede ergeben sich zwischen städtischen und ländlichen Regionen, der Praxisgröße und Vergütungsmodellen. Außerdem besteht weiterhin ein erheblicher Gender-Pay-Gap.
Im Jahr 2024 waren rund 64.000 Ärzte in Praxen, Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) und Berufsausübungsgemeinschaften beschäftigt. Während jüngere Ärzte häufig Großstädte bevorzugen, zieht es ältere Ärzte zunehmend in ländliche Regionen. Fachärzte in kleineren Städten und Dörfern verdienen im Vollzeitdurchschnitt etwa 103.000 € jährlich, rund 8.000 € mehr als ihre Kollegen in Metropolen. Auch Hausärzte verdienen in ländlichen Gemeinden mit 96.000 € mehr als in städtischen Regionen (88.000 €).
Ärzte in MVZ oder mit Umsatzbeteiligung verdienen im Schnitt ein Drittel mehr als Kollegen mit Festgehalt, das bei 69 % der Angestellten Standard ist. Besonders in technikintensiven Fachrichtungen wie Chirurgie und Orthopädie liegen die Jahresgehälter bei etwa 110.000 €, während Hausärzte 92.000 € und Pädiater 76.400 € erzielen.
Auffällig ist der Gender-Pay-Gap: In Vollzeit arbeitende Ärztinnen verdienen im Schnitt 21 % weniger als männliche Kollegen - damit liegt dieser Unterschied in der Ärzteschaft deutlich über dem deutschen Durchschnitt von 16 %. Einige Ursachen - ohne den Gap rechtfertigen zu wollen - können unterschiedliche Prioritäten bei Arbeitszeitmodellen sowie Unterschiede in der Berufserfahrung sowie familiäre Auszeiten sein.
Nur 38 % der befragten Ärztinnen und 47 % der Ärzte sind mit ihrem Gehalt zufrieden. Für mehr als zwei Drittel spielt der Verdienst eine zentrale Rolle für die Arbeitszufriedenheit. Regelmäßige Gehaltsgespräche bei angestellten Medizinern sind jedoch selten. Nur rund 30 % der Befragten haben die Möglichkeit dazu. Weitere Benefits, auf die die Beschäftigten Wert legen, sind Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten, flexible Arbeitszeiten und betriebliche Altersvorsorge.
Hinweis: Die Umfrage zeigt: Ländliche Regionen bieten attraktive Gehälter, während Gleichstellung und zusätzliche Benefits für die Attraktivität des Ärzteberufs entscheidend bleiben.